Lektionen des Höchsten

"Ich wünschte mir an Millionen von Tagen nichts als Friede.
Und an tausenden von Tagen schwor ich auf die Liebe.
Wieder andere Tage schwor ich auf die Hoffnung. 
Und so hoffte ich, ihr lernt zu glauben an diese edle Tugenden. 
Bis ich erkannte, allein die Hoffnung rettet nicht die Welt,
allein der Glaube nicht, und auch nicht die bedingungslose Liebe. 
Alle von euch beteten verschiedene Götter an.  
Dabei war es immer derselbe Gott, um den sich die Geister stritten.
Und jeder wollte den größten Teil vom Himmel haben. 
Dabei hättet ihr nur nach all' den edlen Tugenden, 
die ich euch gab, leben müssen.
Und ihr hättet den Himmel schon auf Erden haben können.
Doch die Verblendeten unter euch freuten sich gar auf den Tod.
Der Gedanke so erquickend, 
endlich zu gelangen ins vermeintliche Paradies.
Sie freuten sich so sehr, 
dass sie dabei vergaßen ihr eigenes Leben noch zu leben,
das ich einst erschuf unter großen Mühen, 
um es ihnen als Geschenk zu geben. 
Weil ihr noch nicht fähig wart dies zu erkennen, 
gab ich euch Neugier und Verstand.
damit ihr selbst eretten würdet eure Welt, 
anstatt sie weiter zu zerstören.

Und so lernte ich meine erste Lektion: 

Ein Mensch ohne Verstand,
wird ewig Tier bleiben,
wird ewig Wolf sein. 
Sei aus dem Paradies verbannt. 

Nur der erkennende Mensch
wird mir ebenbürtig sein können. 
Nur jenem wird die Ehre zu Teil,
sich Früchte meines Baumes zu gönnen.


Mein gebrochenes Herz wollte nun ruhen 
und vorerst nichts mehr von den Gräueln der Erde hören. 
Denn wohin ich meinen weiten Blick auch richtete, 
selbst im fernsten Land,
sah ich nichts als Torheit, Bosheit, Ignoranz.
Ich beschloss den Menschen mit Gnade zu begegnen,
ihnen mehr Zeit zu geben und verschwand. 
Jetzt nach tausenden von Jahren, 
kehrte ich zurück aus meinem tiefen Schlafe
auf den einst so geliebten Planeten Erde. 
Auf dass nun endlich Friede werde.
Doch meine Enttäuschung war größer als je zuvor.
Trotz eures vermeintlichen Verstandes
und technischen Fortschritts
führt ihr weiter Kriege 
in meinem Namen,
gegeneinander, 
brutaler als je zuvor. 

Und so lernte ich meine zweite Lektion: 

Verstand und freier Wille, 
ersetzen weder Anstand noch Moral. 
Den Mensch, welchen ich fehlerhaft erschuf,
kann ich nicht korrigieren, 
da dies zuwiderläuft dem freien Willen. 
So muss ich seine gesamte Art ausradieren,
immer wieder neu erschaffen, 
Und die Erde zu einem besseren Ort machen.
Bis ein jeder Mensch möge nicht mehr mir, 
sondern nur noch seinem Nächsten dienen." 


sprach Gott. 
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s